Urlaubtips

Snow Down
in Aspen/Colorada

Aspen ist cool, sagt man. So cool, daß hier sogar die Bürgersteige beheizt werden. Jedes Jahr rauschen dreiviertel aller auf der Welt registrierten Privatjets nach Aspen. Stau gibt´s hier nicht auf den Straßen, sondern in der Luft. Aspen, das ist Kitzbühel plus St. Moritz, das ist Hollywood im Pulverschnee, das ist einfach irre.
Obwohl Aspen ein ganz normales Skigebiet ist, was man in Colorado eben so unter normal versteht: vier Berge mit 42 Liften und insgesamt 270 Abfahrten. Erst mal Aspen Mountain, dessen Buckelpisten-Panorama zusammen mit dem Walnut-House zum weltweiten Erkennungszeichen für den Ort wurde. Sollte die Aussicht auf Buckelpisten nicht so geübte Skifahrer schrecken: Es ist alles halb so wild - der Berg hat auch ganz zahme "Autobahnen" wie den "Gentleman´s Ridge" oder "Cooper Cutoff", auf denen selbst die Hollywood-Herrschaften glänzen können. 1958 eröffnete Friedl Pfeifer, gebürtig aus St. Anton am Arlberg, Skilehrer und einer der Gründerväter des Skiparadieses Aspen, den zweiten Berg, Buttermilk Mountain. Er wollte ein Gebiet für Anfänger, und Buttermilk gilt auch heute noch als eines der weltbesten Skigebiete für nicht so tolle Cracks.

Aspen Highlands, Berg Nummer drei, nahm ebenfalls 1958 den Betrieb auf. Die Highlands sind zwar größtenteils nicht allzu schwierig, rund ein Drittel der Abfahrten bieten aber den Thrill für Könner. Die steilen, mit Bäumen durchsetzten Runs von Sherwood Forest oder Twilight Zone sind nicht für schwache Nerven. 1967 schließlich wurde Snowmass eröffnet, 15 Kilometer von Aspen entfernt (zwischen allen Gebieten pendeln kostenlose Busse im 15-Minuten-Takt) und grösser als alle drei anderen Gebiete zusammen. Snowmass gilt als Familiengebiet und bietet die größten Variationen. Hier finden sich traumhaft lange Abfahrten, aber auch ein Extrem-Revier mit bis zu 30 m hohen Klippen und 45 Grad steilen Schluchten, das es in sich hat.
Unten ins Tal hat man ein Retortendorf nach französischem Vorbild gestellt. Das Leben beschränkt sich auf die Village Mail, eine etwas hundert Meter lange Shoppingstrasse, in der Restaurants und Läden in mehreren Stockwerken miteinander konkurrieren. Doch was Snowmass an Flair fehlt, besitzt das 1879 gegründete Silberminenstädtchen Aspen im Überfluß. Die hübschen viktorianischen Häuser, als Kontrast die Wildwest-Fronten, die vielen Shops und Kneipen im Städtchen - das hat schon etwas heimeliges.

In die Rocky Mountains statt Winterurlaub in Europa, das heißt gleich Skifahren statt Anstehen am Lift, breite Highway-Abfahrten aller Schwierigkeitsgrade von Blau bis Schwarz statt überfüllten Schneisen, baumlose, traumhafte Buckelpisten statt enge, verbotene Abfahrten im Wald, absolute Schneesicherheit von November bis April statt mühsam präparierter Pisten aus Kunstschnee, und nicht zu vergessen, ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis statt der kaum nachvollziehbaren, stetig steigenden Kostenentwicklung in unseren Wintersport-Regionen. Kurzum - Ein Urlaub, der sich lohnt!


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