Urlaubtips

Castro setzt auf den Tourismus als Einnahmequelle. Varadero, nahe Havanna, ist mittlerweile eine Bettenhochburg, in der kein Wunsch offenbleibt; und auf dem Cayo Coco, Inselarchipel im Atlantik, das einst exotischen Vögeln und Schmetterlingen gehörte, entstehen komfortable Hotelanlagen wie kleine autarke Welten, in denen der All-Inclusive-Tourist karibische Buffets, Rum bis zum Abwinken und Betten ohne Kakerlaken vorfindet. Allerdings trifft er auch kaum einmal auf einen Kubaner, denn die sind an den paradiesischen Stränden offentbar nicht so gern gesehen.

La Habanna, Havanna, Metropole mit literarischem Flair, Set und Bühne für Film- und Selbstdarsteller. Koloniale Kulisse. Einer der magischen Anziehungspunkte ist die Küstenstraße, der Malecón, Saum zwischen Stadt und Meer. Flaniermeile, Promenade, Lebensader, Verbindungsstück, einst prächtiger Boulevard. Der Atlantik treibt seine Wellen gegen die steinbewehrte Mauer, bei Sturm peitscht er sie meterhoch darüber hinweg bis auf die Straße. Liebespaare, Spaziergänger, Radfahrer, Jogger, Angler - auf dem Malecón ist immer was los. Und die 50er-Jahre-Straßenkreuzer, Relikte aus Zeiten vor der Revolution, rollen majestätisch vorüber. Vom alten Glanz nur noch Spuren, viele Häuser am Rand der Meile halbzerfallen, Leere, blicklose Fenster, Balkone und Ballustraden wie zahnlose Münder. Der Bürgersteig gesprenkelt mit Stolperlöchern.

Aber das sind nur Äußerlichkeiten, schnöde Materie. Die ozeanische Atmosphäre, die den Sinnen freies Geleit in Raum und Zeit geibt, die ist unvergänglich. Sie macht Kuba spürbar, atembar, hörbar, riechbar und erlebbar. (eba)


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